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SONGS FOR THOMAS PIKETTY
Dries Verhoeven

  • 23/08 - 02/09

Mit „Songs for Thomas Piketty“ bringt der niederländische Künstler Dries
Verhoeven die These des berühmten französischen Wirtschaftswissenschaftlers über
die automatisch wachsende Kluft zwischen Arm und Reich auf die Straße. Ein
bettelnder Ghettoblaster, auf dem ein Schälchen steht, wird in der Fußgängerzone
platziert. Dort bittet die Maschine in lautstarker Dauerschleife Passant*innen
um eine kleine Spende. – Verhoeven sieht uns in einer Welt leben, in der wir mehr
und mehr um Hilfe gebeten werden. Es galt, Griechenland zu retten, die Geflüchteten
brauchen jetzt unsere Unterstützung und der Bettler im Rollstuhl an der
Schwalbacher Straße kann ohne die Hilfe der Wohlhabenderen nicht überleben. Indem
Verhoeven mit „Songs for Thomas Piketty“ eine regelrechte Bettel-Maschine konstruiert,
treibt er die radikale Ökonomisierung unserer Lebenswelt voran und
schafft einen Magnet im Kampf um unsere alltägliche Aufmerksamkeit. Wie gehen wir
mit unserem inneren Gefühl des Unbehagens um? Sind wir bereits so abgestumpft,
dass uns eine Maschine noch eher erreicht als die Person, die sie repräsentiert?
Müssen die Armen beginnen, über die Armut zu sprechen?