Migrantenstadl

SINEMA ŞPEZIAL

  • 23/08- 02/09
  • 11Migrantenstadl in der Wartburg
  • 17-19 Uhr
  • Eintritt frei

Die Filmreihe „Sinema Şpezial“ spannt den Bogen von den wundersamen Blüten pluraler Gesellschaften bis zu den blutigen Flecken im Einwanderungsland Deutschland, von den 1990ern bis in die Gegenwart.

Der Dokumentarfilm „Tokat“ stellt die Migrationsbiografien ihrer Protagonist*innen als spannende und gleichzeitig selbstverständliche Lebensentwürfe in Deutschland vor. Mit bemerkenswerter Nähe werden die Stimmen jener hörbar, die der Bundesrepublik ihre Vielstimmigkeit verleihen.

Zu diesen Stimmen gehört auch „Remake, Remix, Rip-Off“. Ein Film, der ganz ohne Fremdzuschreibungen vom türkischen Pop-Kino der 1970er Jahre erzählt, das spätestens durch die Gastarbeiter auch seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Jenseits von Klischee und Problematisierung ist auch der Film „Muezzin“, der den Blick auf die traditionsreiche Kunst des Gebetsrufs im Islam richtet.

Um sich Fremdzuschreibungen und gesellschaftlichem Normierungsdruck erfolgreich zu widersetzen oder sie gar ad Absurdum zu führen, braucht es manchmal eine radikal-punkige Anti-Haltung, zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse oder schwarzen Humor. Dazu kann man sich von den Filmen „Taqwacore“, „Mein Kind“ oder „Die Migrantigen“ so Einiges abgucken.

Weggucken hingegen wird man in jenen Dokumentarfilmen wollen, die Tiefpunkte unserer gesellschaftlichen Realität aufzeigen: „Die Wahrheit liegt in Rostock“, „Nach dem Brand“, „Revision“, „Duvarlar“ oder „Der Kuaför von der Keupstraße“ sind Filme, die die Perspektive derer in den Mittelpunkt stellen, die gewöhnlich ins Hinterland des kollektiven Bewusstseins verdrängt werden. Geschichten mitten aus der bundesrepublikanischen Realität, die Risse im Selbstbild einer Gesellschaft verursachen, die sich als demokratisch, gleichberechtigt und offen begreift