Andere Orte

333M
Santiago Sierra

  • 23/08
  • 10Reisinger Anlagen
  • 17 Uhr

Santiago Sierra gehört international zu den bedeutendsten Vertreter*innen
der Konzeptkunst. Immer wieder erhitzen sich die Gemüter an seinen kontrovers
angelegten Aktionen, die schonungslos Widersprüche und moralische Untiefen unserer
Zeit aufdecken. In seinen weltweit ausgestellten Arbeiten beschäftigt er sich –
oft mit minimalen Mitteln und immer kritisch – mit Nationalismus und politischen
Grenzen oder anderen Machtstrukturen, wie dem globalisierten Kapitalismus.
 Im Rahmen der WIESBADEN BIENNALE wird Sierra eine 333 Meter lange Linie durch
die Reisinger Anlagen ziehen: Er teilt den öffentlichen Raum mit einer eigens
angeschafften Barriere vom Typ RAID 7 RH des britischen Militärzulieferers
„Hesco“. Dessen Feldbefestigungen kommen seit den 90er Jahren vor allem in den
Kriegen in Irak und Afghanistan zum Einsatz und lassen sich innerhalb weniger
Minuten aufbauen. Ziehharmonikaartig entfalten sie sich aus einem Seecontainer:
ein gleichermaßen faszinierender wie erschreckender Vorgang.  Sierras neue Arbeit
ist eine Manifestation der Angst vor dem Fremden. Ganz bewusst spielt sie mit
populistischen Forderungen nach Grenzbefestigungsbauten und versetzt sie mitten
in den Stadtraum, ins scheinbar unschuldige und friedliche Kernland Europas. Eine
territoriale Markierung, die einen physisch die Kraft spüren lässt, die hinter
dem Willen zur Abschottung liegt.  „333 meters“ knüpft mehrfach an das komplexe
Oeuvre Sierras an. Sie vereint Performance und soziale Skulptur mit minimalem
bildhauerischem Statement und fundamentaler Kritik in einer einzigen monumentalen
Installationsarbeit.